12 Questions – Der EFA-Talk mit Hendrik Biederstaedt / njoyFootball
Hendrik Biederstaedt ist mit njoyFootball als Content Creator aktiv und spricht im Podcast „Fins up, Deutschland!“ regelmäßig über seine große Football-Leidenschaft. Im EFA-Talk erzählt er, wie ihn die Miami Dolphins zum Football gebracht haben, warum Community für ihn so wichtig ist und was der europäische Football jetzt braucht.
Im 12-Questions-Interview mit EFA-NEWS.de gibt Hendrik Biederstaedt Einblicke in seine persönliche Football-Geschichte, seine Arbeit als Creator und Podcaster, seine Sicht auf die deutsche und europäische Football-Landschaft und die Bedeutung von Nachwuchs, Struktur, Social Media und Community.
Hendrik, wie bist du ursprünglich zum American Football gekommen?
Ich verfolge die NFL seit Anfang der 2000er. Damals hatte mein Bruder zwei Jahre in der Nähe von Miami gelebt. Dadurch wurde ich neugierig und bin auf die Dolphins aufmerksam geworden.
Was fasziniert dich bis heute am meisten am Football?
Jede Saison hat eigentlich jede Mannschaft die gleichen Chancen – in der NFL zum Beispiel durch den Salary Cap und den NFL Draft. Es gibt nicht diese finanzielle Ungleichheit wie etwa in der Bundesliga, wo Bayern München und Heidenheim ganz andere Voraussetzungen haben. Außerdem können Spiele auch kurz vor dem Ende noch entschieden werden. Wer zur Halbzeit ein Team abschreibt, kann am Ende dafür bestraft werden. Das beste Beispiel ist für mich der Super Bowl zwischen den Patriots und den Falcons, als Atlanta Anfang des dritten Viertels 28:3 geführt hat.
Mit njoyFootball bist du als Content Creator und Podcaster aktiv. Wie ist die Idee dazu entstanden?
Meine Mission ist: Ich möchte Menschen für Football begeistern und meine Leidenschaft einfach teilen. Mir macht der Sport sehr viel Spaß – und speziell auch die Community.
Dein Podcast „Fins up, Deutschland!“ hat einen klaren Football-Fokus. Was macht für dich guten Football-Content aus?
Wenn die Leute Spaß daran haben und auch das Gefühl haben, dass es für sie nützlich ist, dann ist der Content gut. Ich bin kein News-Reporter, aber mittlerweile schon sehr tief in der Materie drin, weil ich mich tagtäglich damit beschäftige – auch in der Offseason.
Wie erlebst du die deutsche und europäische Football-Community aktuell?
Die GFL ist momentan auf einem guten Weg, wie ich finde. Es sieht alles professioneller aus als noch vor einigen Jahren. Auf die neue EFA und AFLE bin ich sehr gespannt. Für die Zukunft wünsche ich mir aber, dass es nur eine gemeinsame europäische Liga gibt.
Viele Fans verfolgen inzwischen NFL, College Football, GFL, AFLE, EFA oder andere europäische Ligen parallel. Wie wichtig ist diese Vielfalt für den Sport?
Vielfalt ist immer gut, auch im Sport. Am Ende muss man schauen, was der Fan am meisten konsumiert und ob es nicht irgendwann zu viel wird. Daher würde ich eine gemeinsame europäische Liga bevorzugen. Und man sollte auch die lokalen kleinen Teams supporten, denn dort ist die Basis.
Was braucht der europäische Football deiner Meinung nach, um langfristig weiter zu wachsen?
Feste Strukturen, gute Nachwuchsförderung und stabile Finanzen. Das hat bei der ELF zuletzt nicht mehr geklappt. Das sollte für die EFA und AFLE eine Warnung sein. Die Planung sollte immer langfristig angelegt sein, und dabei sollte man immer den Nachwuchs fördern. Daher sollte man zum Beispiel mit der GFL oder GFL2 nicht in Konkurrenz stehen, sondern lieber zusammenarbeiten.
Wie siehst du die Rolle von Social Media für Football in Deutschland und Europa?
Social Media ist heutzutage extrem wichtig, denn darüber informieren sich überwiegend die jüngeren Menschen – die Fans von morgen.
Gibt es einen Football-Moment, ein Spiel oder ein Erlebnis, das dir besonders im Kopf geblieben ist?
Da gibt es mehrere. In Madrid, beim Spiel Dolphins gegen Commanders im letzten Jahr, konnte ich zum ersten Mal bei einer Pressekonferenz der Dolphins dabei sein. Das war schon etwas Besonderes. 2022 war ich beim Spiel Dolphins gegen Steelers, dem Jubiläumsspiel zur 50-jährigen Perfect Season. Ich war in der Loge, und als ich in der Halftime im Stadion unterwegs war, kamen mir die Legenden der Dolphins entgegen.
Was macht für dich eine starke Football-Community aus?
Bei den letzten NFL-Spielen in Deutschland war ich als Dolphins-Fan in allen Team-Bars immer herzlich willkommen, zum Beispiel bei den Seahawks Deutschland. Es ist egal, welcher Fan du bist – es ist immer ein friedliches Miteinander. So sollte es sein. Denn wir sind doch alle für den Sport da.
Wenn du dir für den Football in Deutschland oder Europa etwas wünschen könntest: Was müsste sich in den nächsten Jahren unbedingt verbessern?
Aktuell finde ich, machen es die GFL und auch die neuen Ligen EFA und AFLE ganz gut.
Zum Abschluss: Was möchtest du Menschen sagen, die Football spannend finden, aber noch nicht richtig in die Szene eingetaucht sind?
Habt einfach Spaß und Freude dabei. Man muss nicht der Football-Nerd sein, so wie zum Beispiel ich. ;-)
Danke an Hendrik Biederstaedt für seine Zeit, seine klare Sicht auf die Football-Community und seine Leidenschaft für den Sport. Mehr von ihm gibt es bei njoyFootball und im Podcast „Fins up, Deutschland!“.