In dieser Ausgabe von „12 Questions – Der EFA-Talk“ gibt Julian Einblicke in seinen Weg zum American Football, die Idee hinter „Stimmen aus dem Rabenhorst“ und die Bedeutung unabhängiger Fan-Medien. Außerdem spricht er darüber, warum Community-Projekte für die Zukunft des europäischen Footballs unverzichtbar sind.

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Wie bist du ursprünglich zum American Football gekommen?

Ich bin 2015 zum American Football gekommen. Das war meine erste Saison, in der ich richtig Berührung mit dem Sport hatte. Dort habe ich meine ersten Erfahrungen gesammelt und angefangen, mich intensiver mit Football zu beschäftigen.

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Was hat dich damals an diesem Sport gepackt – und was fasziniert dich bis heute daran?

Mich fasziniert bis heute diese besondere Mischung aus Kraft, Strategie, Teamgeist und Kampf. Football hat etwas sehr Ursprüngliches. Es geht darum, gemeinsam zu kämpfen, sich gegenseitig zu schützen und als Team zu funktionieren. Genau diese Kombination macht den Sport für mich so besonders.

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Wie ist die Idee zu deinem Podcast „Stimmen aus dem Rabenhorst“ entstanden?

Die Idee ist entstanden, weil ich selbst sehr viele Podcasts höre. Besonders Football Bromance war für mich ein Format, das ich gerne verfolgt habe. Irgendwann kam dann der Gedanke, dass man so etwas auch rund um die Munich Ravens machen könnte. Daraus ist dann die Idee entstanden, mit „Stimmen aus dem Rabenhorst“ ein eigenes Format aufzubauen.

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Was macht für dich einen guten Football-Podcast aus?

Ein guter Football-Podcast muss unterhaltsam sein. Aber er sollte nicht nur Unterhaltung bieten, sondern auch von Menschen gemacht werden, die Ahnung vom Sport haben. Wichtig ist für mich, dass man Football gut erklären und vermitteln kann. Die Mischung aus Fachwissen, guter Unterhaltung und echter Leidenschaft macht für mich einen starken Podcast aus.

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Podcasts, Fan-Medien und unabhängige Stimmen werden im europäischen Football immer wichtiger. Wie siehst du diese Entwicklung?

Ich sehe, dass es im europäischen Football eher weniger Podcasts werden. Einige Projekte wurden wieder eingestellt, was zeigt, wie schwer es ist, so ein Format dauerhaft am Leben zu halten. Gleichzeitig macht genau das solche Fan-Formate aber auch wichtig. Sie geben dem Sport zusätzliche Aufmerksamkeit und bringen Perspektiven rein, die man sonst vielleicht nicht überall bekommt.

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Was war bisher dein schönster, spannendster oder vielleicht auch überraschendster Moment mit dem Podcast?

Mein schönster Moment war ganz klar das Interview mit Joe Thomas. Aus Deutschland heraus bekommt man normalerweise nicht so leicht die Möglichkeit, ein Interview mit jemandem aus diesem Football-Umfeld zu führen. Das war für mich ein echtes Highlight und etwas Besonderes.

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Gibt es eine Folge, ein Gespräch oder ein Thema, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Auch hier bleibt mir besonders das Gespräch mit Joe Thomas in Erinnerung. Es war nicht nur ein persönliches Highlight, sondern hat auch gezeigt, welche Möglichkeiten so ein Fan-Podcast eröffnen kann. Man kommt mit Menschen ins Gespräch, mit denen man sonst vielleicht nie in Kontakt kommen würde.

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Wie nimmst du die Entwicklung des europäischen American Footballs in den letzten Jahren wahr?

Ich nehme die Entwicklung sehr positiv wahr. Der Sport wächst stetig und wird sportlich von Jahr zu Jahr stärker. Man merkt, dass in Europa eine Fanbase vorhanden ist und dass auch der Markt für Football da ist. Natürlich braucht alles Zeit, aber die Richtung stimmt.

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Was braucht Football in Deutschland und Europa deiner Meinung nach, um noch mehr Menschen zu erreichen?

Football braucht vor allem ein besseres und ausgeglicheneres Produkt. Weniger Blowout-Games, mehr Spannung, mehr Ausgeglichenheit und insgesamt mehr Qualität würden dem Sport guttun. Wenn das Produkt auf dem Feld stetig besser wird, wächst auch automatisch das Interesse. Dazu braucht es Geduld und Zeit.

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Welche Rolle spielen Fans, Fanclubs und Community-Projekte für die Zukunft des Sports?

Fans, Fanclubs und Community-Projekte sind unverzichtbar. Man sieht es auch aus anderen Sportarten, zum Beispiel dem Fußball: Fans können unglaublich viel bewegen. Auch bei der Crowd sieht man, wie aus einer gemeinsamen Leidenschaft eine große Familie entstehen kann. Solche Projekte sind wichtig, weil sie den Sport lebendig machen.

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Mit der EFA beginnt ein neues Kapitel im europäischen Football. Was wünschst du dir für diese Liga und den europäischen Football allgemein?

Ich wünsche mir, dass die EFA an den Erfolg der ELF anknüpfen kann. Grundsätzlich wäre es schön, wenn die verschiedenen Ligen im europäischen Football irgendwann wieder näher zusammenfinden und vielleicht eines Tages eine größere gemeinsame Liga entstehen kann. Für den Sport wäre eine starke, stabile Struktur auf lange Sicht sehr wichtig.

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Welche Botschaft möchtest du allen Fans, Hörern und Menschen mitgeben, die Football in Europa unterstützen?

Erzählt anderen Menschen, wie atemberaubend dieser Sport ist. Nehmt sie mit zu Spielen, bringt sie dazu einzuschalten, erklärt ihnen die Regeln und zeigt ihnen, warum Football so besonders ist. Jeder Fan kann mithelfen, diesen Sport in Europa größer zu machen.

Vielen Dank für das Interview.

Ein starkes Gespräch mit Julian über Football, Podcasting, Fan-Medien und die Kraft der Community. Gerade Formate wie „Stimmen aus dem Rabenhorst“ zeigen, wie wichtig unabhängige Stimmen und echte Fan-Perspektiven für den europäischen Football sind. Ein großes Dankeschön an Julian, dass er sich die Zeit genommen hat, unsere 12 Fragen zu beantworten. Football wächst durch Menschen, die darüber sprechen, ihn erklären und andere dafür begeistern.