12 Questions mit dem Stuttgart Surge OFC
Der Stuttgart Surge OFC spricht im EFA-Talk über die schwierige Situation rund um die Insolvenz der Stuttgart Surge, die Stimmung innerhalb des Fanclubs, den Zusammenhalt der Community und die Frage, wie es mit dem Football-Standort Stuttgart weitergehen kann. Foto: Florian Schust
Nach der Insolvenz der Stuttgart Surge stehen viele Fans vor einer ungewissen Zukunft. Im 12-Questions-Interview erzählt der OFC, wie der Fanclub die Situation aufgenommen hat, was die Surge für die Community bedeutet und warum man den Football-Standort Stuttgart nicht aufgeben möchte.
Wie habt ihr die Nachricht rund um die Insolvenz der Stuttgart Surge als Fanclub aufgenommen?
Die Nachricht hat uns alle im OFC natürlich sehr getroffen. Für viele von uns ist oder war die Surge mehr als ein Team – es ist oder war ein Stück Identität und Leidenschaft. Entsprechend waren wir überrascht und sehr betroffen.
Was war euer erster Gedanke, als klar wurde, dass sich für die Surge und ihre Fans jetzt vieles verändern könnte?
Unser erster Gedanke war: Was bedeutet das für all die Fans, die Spieler und den Football-Standort Stuttgart? Uns war eigentlich auch sofort klar, dass eine Phase der Unsicherheit beginnt, weil auch die ELF in dieser Zeit keine klare Linie mehr hatte.
Wie ist aktuell die Stimmung innerhalb des OFC?
Die Stimmung ist gemischt. Es gibt Enttäuschung, aber gleichzeitig auch Zusammenhalt. Wir haben als Erstes den Mitgliedsbeitrag ausgesetzt. Es gab zwar auch ein paar Austritte, aber diese haben sich im Rahmen gehalten.
Was bedeutet die Stuttgart Surge für euch persönlich – unabhängig von Liga, Struktur oder Organisation?
Für uns bedeutet die Surge vor allem Gemeinschaft, Leidenschaft und die Freude am Football. Es geht um die Menschen, Emotionen und Erlebnisse – nicht nur um die eine Organisation. Das Tailgating, die Fanfreundschaften, die Atmosphäre im Stadion: Das ist es, was uns verbindet.
Wie geht man als Fanclub mit so einer schwierigen Situation um?
Indem man zusammenbleibt, weiter offen kommuniziert und sich weiterhin trifft. Über unsere Community mit verschiedenen Untergruppen wie NFL, EFA, AFLE, Offtopic und weiteren Themen herrscht immer noch reger Austausch.
Gibt es bereits Überlegungen, wie es mit dem OFC in Zukunft weitergehen soll?
Für uns ist klar: Der OFC bleibt erst einmal bestehen – unabhängig davon, dass der Name Stuttgart Surge erst einmal verschwunden ist. Wir wollen weiterhin ein Anlaufpunkt für Footballfans in Stuttgart bieten und den Football unterstützen.
Was ist euch jetzt besonders wichtig?
Austausch, Zusammenhalt und weiterhin präsent bleiben. Wir wollen die gewonnenen Erlebnisse und Freundschaften nicht aufgeben und unsere gemeinsame Leidenschaft zum Football weiterhin ausleben und ausbauen.
Habt ihr Kontakt zu anderen Fanclubs oder Fangruppen, die ähnliche Situationen erlebt haben?
Ja, wir haben schon mit der Legion of Jupp von den Cologne Centurions und dem Anchor Club der Hamburg Sea Devils Kontakt gehabt.
Was war für euch der schönste Moment mit der Surge bisher?
Es gibt viele besondere Momente. Um ein paar zu nennen: die Vereinsgründung, all unsere Tailgatings, die Halbfinal-Atmosphäre gegen Rhein Fire und die unglaubliche Energie im GAZi-Stadion, alle Auswärtsfahrten und natürlich die Fahrten mit dem Bus nach Frankfurt und München. Ganz oben steht das Finale daheim mit dem Titelgewinn und der anschließenden Feier mit den Fans und dem Team. Diese Emotionen bleiben, egal was passiert.
Was würdet ihr euch von möglichen neuen Strukturen, Verantwortlichen oder einer zukünftigen Lösung für Football in Stuttgart wünschen?
Wir wünschen uns Transparenz, Nachhaltigkeit und eine klare Vision für den Football in Stuttgart beziehungsweise Europa. Wichtig ist uns, dass wir als Fans ernst genommen werden und dass langfristig gedacht wird – sportlich, wirtschaftlich und organisatorisch.
Glaubt ihr, dass die Fanbase in Stuttgart stark genug ist, um auch nach so einem Rückschlag weiter zusammenzuhalten?
Ja, absolut. Die Fanbase des OFC und in Stuttgart ist leidenschaftlich, loyal und gewachsen. Wir haben schon Höhen und Tiefen erlebt. Allein in diesem Jahr waren wir als OFC schon bei Spielen in Schwäbisch Hall mit 15 Personen, in der Halle bei den Stuttgart Stallions mit 25 Personen und bei den Stuttgart Scorpions mit 75 Personen inklusive Tailgating vor dem Spiel.
Warum lohnt es sich gerade jetzt, als Fan zusammenzustehen und den Football-Standort Stuttgart nicht aufzugeben?
Weil Football in Stuttgart eine Zukunft hat – wenn wir sie gemeinsam gestalten. Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, wie stark eine Community wirklich ist. Wir glauben an den Sport, an die Menschen und an die Energie, die Football hier entfalten kann.
Vielen Dank an den Stuttgart Surge OFC für die offenen Antworten. Dieses Interview zeigt, wie viel Leidenschaft, Identität und Zusammenhalt in einer Football-Community stecken – gerade dann, wenn es schwierig wird.